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Börsen

Die MUBA schloss für immer, die Züspa hat schon geschlossen, wie die Comptoir Suisse. Unter Druck stehen auch der Auto-Salon in Genf und die Uhrenmesse in Basel. Wieso eigentlich? Man versteht es besser, wenn man die Anzahl Besucher der MUBA vergleicht: 2010 waren es 301‘520, gegenüber 123‘746 im Jahr 2018.

Gibt es Parallelen zu den Münzenbörsen? Sicher, es kann nicht anders sein. Es liegt am Konsumenten. Sein Kaufverhalten hat sich verändert. Er braucht keine Münzenbörsen, um Neuausgaben kennenzulernen, auch nicht für Preisvergleiche. Über das Internet geht es einfacher. Man bleibt zu Hause, erspart sich die Reise, in Mitten von Katalogen und persönlichen Inventaren. Und nicht unwichtig: man braucht seinen Kaufunwillen nicht zu begründen, wenn man aus welchen Gründen auch immer keine Lust mehr hat.

Es geht nicht darum, ob man dieses Konsumverhalten gut findet oder nicht. Es geht nur darum, wie man diesen Veränderungen Rechnung trägt. Leere Tische und fehlende an der Münzenmesse in Basel - nicht zu übersehen. Mit Kritik muss man aufpassen, sie wird persönlich genommen. Das gilt auch für die Börsen in Zürich und Bern. Wer kritisiert, gilt schnell einmal als unkollegial. Dabei gilt es, diese letzten grösseren Börsen am Leben zu erhalten. Doch wie? Wo liegen die Chancen. Wie kann man sie wiederbeleben?

Der Besucher der Münzenbörsen hat im Grunde der Dinge die einmalige Gelegenheit, mehrere Händler vor Ort persönlich kennenzulernen. Entspricht er seinen Vorstellungen, verdient er sein Vertrauen, kennt er sich aus in seinem Sammelgebiet, ist sein Angebot konkurrenzfähig? Der Besucher kann sich auch mit Sammlerkollegen treffen und Erfahrungen austauschen.

Und jetzt kommen all jene, die es sowieso immer besser wissen. Kennt der Besucher seine Händler und hat er seine Sammlerkollegen, braucht er die Münzenbörsen auch nicht mehr. Schwer zu wiederlegen! Dabei waren die persönlichen Gespräche an der Münzenbörse in Basel wieder sehr wertvoll. Schliesslich haben Händler und Sammler auch ein Privatleben, mit Höhen und Tiefen, Sorgen und Freuden. Und diese gehören nicht ins Internet.

Deshalb: Stühle vor die Tische, weg von den Tischen in die Begegnungszonen, Netzwerke begründen und vertiefen. Dazu sind die Börsen unverzichtbar. Verkaufen kann man später über das Internet. Dazu wäre die Vorhalle in Basel besser geeignet als der künstlich beleuchtete und irgendwie unfreundlich wirkende Hauptsaal.

 


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